Warum ich schreibe?

Alles begann mit einer Geschichte. Eine Geschichte, die ich unbedingt hören wollte. Da gab es nur ein Problem: Sie war noch von niemandem geschrieben worden. Für mich war das völlig unmöglich. Schließlich wuchs ich umgeben von Büchern auf. Meinen Vater habe ich nur lesend in Erinnerung. Weil das Lesen seine größte Leidenschaft war, gab es für mich keinen der mehr über Literatur wusste als er. Wenn es ein Buch gab, in dem das geschrieben stand, was ich lesen wollte, dann hätte er davon wissen müssen. Aber nein, ein solches Buch existierte nicht - noch nicht. Also machte ich mich kurzerhand selbst ans Werk und schrieb meine erste Kurzgeschichte. Danach folgten Gedichte. Schon bald musste ich täglich schreiben, weil ich merkte, wie gut es meiner Seele tat. Nach dem Schulabschluss gönnte sich mein Schreibarm eine Auszeit. Schließlich musste ich ja etwas Vernünftiges aus meinem Leben machen. Erst vier Jahre später erinnerte mich mein Unterbewusstsein wieder ans Schreiben. Im Traum sah ich mich an einem tropischen Fluss spazieren. Ich wusste schnell, dass ich an diesem Ort nie zuvor gewesen war. Im Wasser schwammen Delfine. Einer von ihnen näherte sich dem Ufer und sobald er das Land berührte, verwandelte er sich in einen gutaussehenden, jungen Mann. Ich weiß noch, dass er etwas auf Spanisch zu mir sagte. Dann hörte der Traum auf. Er war jedoch so realistisch gewesen, dass ich im Internet recherchierte. Bis dahin wusste ich weder etwas über Flussdelfine noch von der Legende, die sich die Menschen am Amazonas erzählen. Im Internet wurde ich fündig und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass mein Traum die Legende der Indios, über die Boto Cor de Rosas, eins zu eins wiedergab. Es ist mir immer noch ein Rätsel wie ich auf diesen Traum kommen konnte. Ich werde oft nach der Entstehungsgeschichte zu Cor de Rosas Tochter gefragt und viele sind fasziniert, wenn sie sie hören. So geht es mir auch heute noch. Ich habe keine Erklärung für diesen Traum, aber eins ist sicher: Ohne ihn würde es das Buch Cor de Rosas Tochter nicht geben.

Seitdem höre ich ganz genau hin, wenn mir mein Unterbewusstsein wiedermal einen Traum schenkt. So basiert auch mein kürzlich erschienener Roman FEENZAUBER auf einem Traum.

Schreiben, die eigene Fantasie einfangen und sie in Form eines Buches in Händen zu halten, ist das was mich glücklich macht.